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Bornheim heute

Bernhard Ochs, unser Stadtteilhistoriker und wandelndes Bornheim-Lexikon, gibt Auskunft:

 

„Wo wollen wir uns treffen?“ „Am besten Bornheim-Mitte“.

So verabreden sich viele in unserem Bernem. Doch wo „Bornheim Mitte“ ist, ist eigentlich nicht die „Mitte“ Bornheims.
Der Name „Bornheim Mitte“ kommt von der 1980er eröffneten U-Bahnstation.

 

Bornheim Mitte in den 60er Jahren. Foto: Förderkreis historisches Bornheim

In früheren Jahren, als noch eine Pferde gezogene Straßenbahn bis an die Kreuzung zuckelte, war dort nicht die Mitte. Das eigentliche Zentrum lag weiter nördlich. Der Stadtteil habe erst am Bernemer Fünffingerplatz begonnen. Das Lokal Zum alten Schlagbaum erinnert noch an die historische Grenze.

Doch mit den zahlreichen Geschäften und dem Wochenmarkt hat sich der Platz zumindest gefühlt zum Mittelpunkt des Stadtteils gemausert. Attraktiv ist die Fläche, bei der es sich eigentlich um eine große Kreuzung handelt, noch nicht lange. Straßenbahnen und Autos brausten einst die Berger Straße hoch und runter und die Fußgänger waren auf anderthalb Meter Bürgersteig verbannt.

„Richtig schön“ sei es erst am 31. Mai 1981 geworden. Damals endeten die mehrjährigen Bauarbeiten an der U-Bahnlinie. Und damit auch die Arbeiten an der ersten verkehrsberuhigten Zone Frankfurts.

 

 

Kritik gab es auch am sogenannten Zinksarg oder Hundeklo – ein metallener, moderner Brunnen. 

Bernhard Ochs vor dem Sandsteinbrunnen

„Der hat den Bernemern gar nicht gefallen“, sagt Ochs. Also beklagten sie sich. Die Stadt habe angeboten, die Hälfte der Kosten für einen neuen Brunnen

zu übernehmen, wenn der Rest aus dem Stadtteil komme. Die Bornheimer gründeten kurzerhand den Bürgerverein und Förderkreis und machten sich ans Sammeln.

Der aus Schwanheim stammende Bildhauer Edwin Hüller entwarf ein Model des Sandsteinbrunnens, mit tanzenden Paaren in „Bernemer Halblange“ (

Hosen). Der Bornheimer Modellbauklub fertigte danach Spardosen an, die fortan in vielen Geschäften standen – bis der Betrag zusammen war. „Und jetzt haben wir Frankfurts schönstes Auspuffrohr“. Denn der Brunnen dient auch als Abzug für den Dieselaggregat der Notstrombeleuchtung der U-Bahnstation.

 

 

 

Und hier ein paar Eckpunkte (nicht vollständig):

1968: Erste Dippemess auf dem Festplatz am Ratsweg
1970: Eröffnung des Hallenbades Bornheim
1971: Baubeginn der U-Bahn
1972: Das Unfallkrankenhaus stellt den Rettungshubschrauber „Christopher II“ in Dienst
1972: Durchschlag der U-Bahn-Tunnelröhre Berger Straße/Rendeler Straße und der Seckbacher Landstraße.
1975: Demontage des Uhrtürmchens Berger Straße im Zuge des U-Bahn-Baus
1976: Einweihung des Bürgertreffs Bornheim, Saalburgstraße 17
1976: Öffentliche Besichtigung der U-Bahn-Station Merianplatz
1976: Tunneldurchstich im Bereich Bergerstraße/Höhenstraße
1978: Die Straßenbahnlinie 13 wird eingestellt
1979: U-Bahn-Richtfest zur Fertigstellung der Stationen Merianplatz und Höhenstraße

1980: Eröffnung der U-Bahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Seckbacher Landstraße
1986: Der erste „Untere Berger Straßenfest“ wird veranstaltet

1993: In der Turmstraße 11 das „Bornheimer Museumslädchen“
1994: „800 Jahre Bornheim“ –  ein großes Fest findet vom 09.-10.Juli  im Ostpark statt
1998: Die Deutsche Post AG eröffnet ihre neue Filiale (Postamt 60) in der Saalburgallee 19