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111 Jahre 01er – Bericht der FNP 26-10-2012

Bericht der Frankfurter Neuen Presse zu unserem 111.Geburtstag
(c) by FNP 2012, Gernot Gottwals

 

Jahrzehntelang traten sie in ihren zünftigen Kluften auf, besangen Handkäs und Ebbelwei und wie man im guten alten Bernem mit Herz und Hand geschafft hat. Dann mussten sie sich aus privaten und familiären Gründen von der Bühne zurückziehen, um zur 111. Jubiläumsfeier mit einem bunten Potpourri ihrer fröhlichen Sangeskunst ins Bürgerhaus Saalbau in der Arnsburger Straße zurückzukehren: Gemeint sind keine Geringeren als die Bernemer Handwerksburschen, die zusammen mit der BKG ihren 25. Geburtstag feiern.

Schon wenige Jahre später entdeckte Fernseh-Sitzungspräsident Karl Oertl die lustigen Gesellen, die mit ihren traditionellen Berufen zum Motor der Karnevalsgesellschaft wurden: Zusammen mit Corinna Kuhn („Die Dolle“) traten die Handwerksburschen in „Hessen lacht zur Fassenacht“ auf und holten wiederum Urgestein Oertl in die Reihen der BKG.

„Damals waren wir noch zwölf, mittlerweile sind einige von uns gegangen“, bedauert der Vorsitzende Horst Westenberger. Doch am Samstag, 24. November, werden sie ab 16 Uhr für geladene Gäste die akademische Feier zusammen mit Ehrenmitglied Margit Sponheimer und Franz Lambert auf der Wersi Orgel gestalten.

Das große Frankfurter Fassenachtsfest steigt zusammen mit der FKG Narhalla 1948 am 25. Januar um 19.31 Uhr mit Bütten- und Bauchrednern sowie Garden, ehe die BKG am 16. Februar ab 18.01 Uhr zum Heringsessen einlädt: Dann erhält die ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth den Ehrenorden „De lachende Frankforter“, bevor Oertl alias Parrer Kall die Fassenacht beerdigt.

 

Gegründet im Schützenhof

Zur akademischen Feier hält der Präsident der Bornheimer Turngesellschaft Peter Völker Rückschau auf 111 bewegte närrische Jahre: Das 20. Jahrhundert ist noch jung, als am 25. Januar die „Neue Bornheimer Karneval-Gesellschaft 1901“ im historischen Schützenhof gegründet wird.

Keine zwei Wochen später steigt unter Präsident Heinrich Grünwald immerhin die erste Damensitzung. Bis 1905 inthronisiert die BKG, die aus der „Karnevalgesellschaft Wau-Wau“ hervorgegangen ist, sogar eigene Prinzen.

Der erste Bernemer Fassenachtszug 1929 geht wegen seiner äußerst frostigen Temperaturen als „kalte Fassenacht“ in die Geschichte ein – ein Gardemädchen zieht sich schwere Erfrierungen zu und verstirbt. Drei Jahre später führt F. E. Pfeiffer die Gesellschaft als neuer Vorsitzender durch die schweren Jahre der Naziherrschaft und Nachkriegszeit, ehe 1955 mit der ersten großen Prunksitzung in der Kongresshalle die goldenen Jahre des Wirtschaftswunders beginnen.

Unter Ministerpräsident Wilhelm Kunz (1967-1987) wird die Bornheimer Karneval-Gesellschaft im ganzen Land bekannt und nimmt an zahlreichen Bällen und Sitzungen in Zweibrücken, Nürnberg und sogar Salzburg teil. In der Kampagne 1984/85 stellt die BKG das Frankfurter Prinzenpaar Gerhard II. und Waltraud I. von der Bäckerei Eifler.

1992 führt Oertl das Heringsessen als öffentliche Veranstaltung ein, sechs Jahre später stiftet er den Orden „De lachende Frankforder“, mit dem sich bereits Robert Treutel alias Bodo Bach, Margit Sponheimer und Heinz Schenk schmücken dürfen. Mit dem allseits beliebten Ministerpräsidenten Manni Bürkle verstirbt 2005 auch der erste Handwerksbursch.

Heute halten neben dem Vorsitzenden und Zimmermann Westernberger noch fünf gestandene Meister die Fahne hoch. Wie sie die Jubiläumskampagne weiterbegleiten werden, hängt auch davon ab, wie ihre „Frankforter Werschtscher“ bei der Akademischen Feier ankommen.

 

140 Mitglieder

Mit ihren rund 140 Mitgliedern setzt die BKG auf Prominenz, verzichtet jedoch wegen der hohen Kosten auf eigene Garden. „Da unterstützen wir lieber Garden unserer befreundeten Vereine, zumal die Konkurrenz der Fernsehsitzungen in den Karnevalshochburgen groß ist“, räumt Westernberger ein. Trotzdem blickt die älteste Bornheimer Karnevalgesellschaft mit Stolz auf ihre Geschichte, die auch die Frankfurter Fassenacht bekannt gemacht hat.got